Beachten Sie bitte für das Exposé Ihrer Abschlussarbeiten auch folgende Checkliste:

 

1. Begründung von Kontext und Relevanz des Themas; Erkenntnisinteresse

Abgrenzung vornehmen zwischen Erkenntnissinteresse und persönlicher Involviertheit in das Thema. Erklären Sie, woher ihr Erkenntnissinteresse rührt und wie Sie dies zur vorliegenden Forschungsfrage brachte. Weiterhin ist von Interesse, welchen Beitrag zur Forschung Sie mit Ihrem Vorhaben leisten können.

 

2. Definition und Priorisierung der Fachtermini und Variablen

Besonders wichtig ist hier die Prioritätensetzung: Identifizieren Sie den/die Hauptbegriff/e Ihrer Untersuchung. Diese Gewichtung ist für die weitergehende Untersuchung und die Ausformulierung Ihrer Variablen von großer Bedeutung.

 

3. Identifizierung von abhängiger und unabhängiger Variable

Die unabhängige Variable erklärt die abhängige Variable. Fragen Sie sich also, ausgehend von Ihren Schlüsselbegriffen, was Sie erklären wollen und wie Sie dies erklären könnten.

 

4. Formulierung der Fragestellung

Testen Sie Ihr Forschungsdesign: Tauchen die zuvor formulierten Schlüsselbegriffe in Ihrer Fragestellung wieder auf? Falls nicht, haben Sie hier bereits eine Asymmetrie im Forschungsdesign, die sich im weiteren Verlauf der Untersuchung als Hindernis herausstellen wird. Achten Sie darauf, Ihre Fragestellung nicht zu überfrachten – Formulieren Sie eine Hauptfrage und ausgehend davon Unterfragen.

 

5. Operationalisierung der Fachtermini und Variablen

Nachdem Sie Ihre Fragestellung und ggf. Unterfragen formuliert haben, betrachten Sie nun die dort enthaltenden Schlüsselbegriffe und überlegen Sie sich, wie Sie diese operationalisieren können. Wie können Sie diese Begriffe untersuchbar machen? Stellen Sie bereits erste Probleme fest? Arbeiten Sie transparent und illustrieren Sie eventuell auftretende Probleme.

 

6. Diskussion der Wahl von Theorie/Methode/Fallbeispiel

Die angewandte Theorie und die Methode haben eine dienende Funktion – die Theorie soll Ihnen helfen, die Untersuchung durchzuführen und nicht einem Selbstzweck dienen. Fragen Sie sich deshalb, ob Sie die Theorie ausgewählt haben, weil sie sich am besten für Ihre Zwecke eignet, oder ob Sie die Theorie gewählt haben, da Sie sich dieser Theorie besonders verbunden fühlen. Sollte letzteres der Fall sein, überdenken Sie noch einmal Ihre Wahl und versuchen Sie, Ihren Blickwinkel zu weiten. Eventuell gibt es andere Theorien die besser geeignet sind, Ihre Untersuchung durchzuführen. Zu diesem Zweck kann es sehr hilfreich sein, zu recherchieren ob ähnliche Untersuchungen wie die Ihre bereits durchgeführt wurden und welche Theorien in derartigen Untersuchungen zum Tragen kamen.

 

7. Angabe zur Materiallage und Untersuchungszeitraum

Machen Sie transparent, welches Material Sie für die Untersuchung heranziehen. Benennen Sie dabei auch klar, wenn Sie bestimmte Quellen nicht erhalten konnten, oder ob es für bestimmte Sachverhalte keine Primärquellen gab, damit sichern Sie sich ab. Auch die klare Benennung des Untersuchungszeitraums dient dazu, Ihr Forschungsdesign klar zu umreißen und transparent zu machen. Begründen Sie weiterhin, warum Sie einen spezifischen Untersuchungszeitraum gewählt haben (gute Quellenlage, Zeitraum von besonderem Interesse für Ihre spezifische Untersuchung etc.).

 

8. Angabe zum Forschungsstand

Recherchieren Sie, ob sie zu Ihrem Themengebiet s.g. „literature reviews“ finden, in denen Sie einen guten Überblick über den aktuellen Forschungsstand erhalten. Erkennen Sie in dieser Übersicht Lücken? Wo können Sie Ihre Untersuchung verorten? Diese Einordnung, die im theoretischen Teil Ihrer Arbeit stattfindet, hilft Ihnen ebenfalls, Ihre Untersuchung klar zu umreißen und einen nachvollziehbaren Beitrag zur Forschung zu leisten.

 

9. Gliederungsentwurf mit Schätzungen zum Umfang der Bearbeitungszeit

Eine Gliederung kann immer wieder umgestellt werden, aber versuchen Sie sich bei der Erstellung der Gliederung zu vergegenwärtigen, ob der von Ihnen geplante Ablauf helfen wird, Ihre Untersuchung entsprechend durchzuführen. Seien Sie bei der Schätzung zur Bearbeitungszeit ehrlich zu sich selbst – Sie werden nicht fünf Tage die Woche 10 Stunden pro Tag hoch konzentriert recherchieren und schreiben können. Planen Sie sich zeitlich Puffer für unvorgesehne Ereignisse ein. Beachten Sie auch, dass sich im Verlauf der Bearbeitungszeit nach Rücksprache mit Ihrer/m Betreuer/in noch die Gewichtung Ihrer Arbeit ändern kann. Planen Sie auch hierfür genügend Zeit ein. Generell gilt: Planen Sie lieber zu viel als zu wenig Zeit ein.

 

10. Offene Fragen und Probleme

Natürlich können Sie eine derart ausführliche Gliederung für eine BA-Arbeit nicht anwenden, dennoch sollten Sie sich mit den oben stehenden Punkten zumindest gedanklich auseinandersetzen, während Sie Ihr Forschungsvorhaben planen, da es Ihnen hilft, frühzeitig Probleme im Forschungsdesign auszumachen, die Sie dann beheben können.

 

11. Kritik, Benennung der Begrenztheiten der Untersuchung

Siehe oben: in der Planungsphase Ihrer Arbeit werden Sie bereits erste Probleme identifizieren – benennen Sie diese klar und erläutern Sie, wie Sie versuchen, diese Probleme zu bearbeiten. Sie können im Rahmen einer BA- oder MA-Arbeit keine ausufernde Abhandlung schreiben, die ein Problem „lösen“, bzw. eine Fragestellung allumfassend klären wird. Seien Sie sich dessen bewusst und benennen Sie dies klar. Konkrete Probleme bei der Untersuchung erläutern Sie dann im letzten Punkt.

 

12. Erstes Literaturverzeichnis

Listen Sie die grundlegenden Texte mit denen Sie gearbeitet haben und die Sie in der Arbeit verwenden werden. Ordnen Sie das Literaturverzeichnis ggf. nach Textarten und in jedem Fall alphabetisch.